Ein Social-Media-Verbot bis 14 klingt nach Schutz. Für viele Kinder ist es aber das Gegenteil. Gerade queere, behinderte oder sonst ausgegrenzte junge Menschen finden online oft erst Freunde, Hilfe und das Gefühl, nicht allein zu sein. Soziale Verbindung schützt die mentale Gesundheit. Wer das kappt, erhöht das Risiko von Isolation und nimmt die steigende Suizidrate bei diesen Kindern in kauf.

#SocialMediaVerbot #Jugendschutz #Inklusion #Queer #MentalHealth #Politik #EinfacheSprache

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in reply to SchreibeEinfach

Das sehe ich absolut anders. Ich glaube sogar, daß die Suizidrate von Kindern gerade durch Mobbing im Internet zugenommen hat. Siehe dazu auch => aktionkinderingefahr.de/artike…
in reply to toolboxxblogger🏳️‍🌈

@toolboxxblogger Dein Link ist keine Studie. Gute Forschung zeigt: Es ist kompliziert. Ja, Cybermobbing kann schaden. Aber Online-Räume können auch schützen. Kinder finden dort Freunde, Hilfe und Verständnis. Gerade ausgegrenzte Jugendliche haben online oft weniger Suizidgedanken. Ein Verbot nimmt diesen Schutz. Das ist gefährlich und unverantwortlich.

#Jugendschutz #Suizidprävention #DigitaleTeilhabe #EinfacheSprache

in reply to SchreibeEinfach

Als "Randgruppenmitglied" kann ich Deine Argumentation nachvollziehen. Dennoch würde mich interessieren, wie Du Deine Behauptung, "ausgegrenzte Jugendliche haben online weniger Suizidgedanken" faktisch untermauerst.
Ein generelles Verbot finde ich natürlich auch schade für die betroffenen Kinder und Jugendlichen. In einer idealen Welt würde man es vermutlich schaffen, eine wirkungsvolle Altersverifizierung z. B. via Personalausweis zu Stande zu bringen.
in reply to toolboxxblogger🏳️‍🌈

@toolboxxblogger Ich stütze das natürlich nicht auf mein Bauchgefühl, sondern auf Forschung. Die JAMA-Übersicht von 2024 sagt klar: Der Zusammenhang zwischen Social Media und Suizid bei Jugendlichen ist „komplex und widersprüchlich“. Online kann also schaden, aber auch schützen. Der Trevor Project Research Brief 2025 zeigt: Wer online einen sicheren Raum findet, hat seltener Suizidgedanken und Suizidversuche.
in reply to SchreibeEinfach

Ich stimme dir zu, dass marginalisierte Jugendliche digitale Schutzräume und Vernetzung brauchen.

Aber daraus ein Argument für Instagram, TikTok und Co. zu machen, ist ein falscher Dualismus. Die großen Plattformen sind keine gemeinnützigen Treffpunkte, sondern kommerzielle Werbeträger, deren Algorithmen auf Sucht und Empörung ausgelegt sind. (1/2)

in reply to SchreibeEinfach

Du sagst, wir müssen gegen die Konzerne vorgehen. Genau das passiert doch bei einem Verbot von toxischen Social-Media-Algorithmen für unter 14-Jährige.

Ein Schreckensszenario einer allgemeinen Ausweispflicht für das Fediverse, das rechtlich (Stichwort DSA, Trennung von kommerziell und nicht-kommerziell) ist nicht haltbar.

Wenn wir gegen die Konzerne vorgehen wollen, sollten wir sie nicht vorschieben, um uns vor imaginären Angriffen auf das Fediverse zu fürchten.

in reply to René M. Grabow

@Rene_M_G Nein. Ein Verbot trifft nicht die Konzerne, sondern die Kinder und ihre Rechte. Grundrechte wie freie Meinung und Teilhabe gelten auch online. Wir müssen die Konzerne regulieren, nicht die Nutzer ausschließen. Was angeblich „schädlich“ ist, wird nicht plötzlich mit 14 harmlos. Das ist keine Lösung, das ist Symbolpolitik auf Kosten der Schwächsten.
in reply to SchreibeEinfach

Interessant, dass das Fediverse-Argument plötzlich vom Tisch ist. Zu deinem neuen Punkt: Meinungsfreiheit und Teilhabe setzen keinen Account bei einer kommerziellen Werbemaschine voraus. Es geht schlicht um Jugendschutz. Ein Verbot unter 14 trifft exakt die Konzerne, weil es ihnen die lukrativste und am leichtesten manipulierbare Zielgruppe entzieht. Wer das als Symbolpolitik abwertet, verteidigt letztlich nur das Recht der Tech-Giganten, Kinder ungehindert zu monetarisieren.
in reply to SchreibeEinfach

Es ist verständlich, dass du emotional reagierst, wenn dir ein freies Netz wichtig ist.

Dennoch:
Die allgemeine Ausweispflicht für jede Fediverse Instanz ist deine persönliche Dystopie, nicht die politische Realität. Bestehende Gesetze differenzieren ganz klar zwischen "ehrenamtlichen" Netzwerken und kommerziellen Milliardenkonzernen.

Das Szenario vor dem du dich fürchtest ist extrem unwahrscheinlich, setzt eine Diktatur voraus - und dann wäre alles verloren. (1/2)

in reply to René M. Grabow

Was fehlt, ist eine Regulierung für algorithmusgesteuerte Werbemaschinen, die sich als "Social Media" tarnen. Erwachsene können und dürfen sich entscheiden, solche Kanäle zu nutzen. Ein Komplettverbot wäre eine echte Einschränkung von Grundrechten. Aber für Kinder brauchen wir hier Schutzgrenzen, genau wie bei anderen Altersfreigaben (Alkohol/Tabbak/Geldspielautomaten) auch.

(2/2)

in reply to René M. Grabow

@Rene_M_G Das ist kein Gefühl, das ist Erfahrung. Erst Vorratsdatenspeicherung nur für schwere Straftaten, dann immer weiter ausgeweitet. Videoüberwachung erst an Brennpunkten, dann überall. Chatkontrolle angeblich nur gegen Missbrauch, am Ende trifft es alle. So funktioniert das. Rechte werden Stück für Stück eingeschränkt. Genau deshalb müssen wir jetzt widersprechen.
in reply to SchreibeEinfach

Ich gebe dir 100 % recht, was Chatkontrolle und Vorratsdatenspeicherung angeht. Diese Salami-Taktik beim Überwachungsstaat ist real, brandgefährlich und dagegen müssen wir uns wehren. Da stehe ich völlig auf deiner Seite!

Aber wir kämpfen hier gerade gegen zwei verschiedene Dinge: Deine Sorge gilt (völlig zu Recht) der staatlichen Überwachung.

Meine Sorge gilt der kommerziellen Ausbeutung durch Tech-Giganten. (1/x)

in reply to René M. Grabow

Algorithmischen Feeds von TikTok oder Instagram für 'Schutzräume' zu halten ist ein Fehler.
Die echten Schutzräume für vulnerable Kinder, dezentrale Netzwerke, verschlüsselte Messenger, moderierte Foren, bieten genau die positiven Effekte der Vernetzung, ohne die Nutzer psychisch auszuwringen. Wir dürfen nicht zulassen, dass diese Konzerne unseren berechtigten Kampf für digitale Freiheitsrechte als Schutzschild nutzen, um weiterhin Kinder als Datenquelle zu monetarisieren.2/2
in reply to René M. Grabow

@Rene_M_G Ich verfolge das politische Spiel unserer Parteien halt schon sehr lange. Ich musste immer wieder erleben, dass wir von vorne bis hinten belogen wurden. Beispiel: Upload-Filter Art. 13 hinterher Art. 17. Und der Kinderschutz, der von diesen Parteien immer wieder ins Feld geführt wird, ist in Wahrheit ein klarer Missbrauch von Kindern, denn wer nicht bereit ist, Kinderpornographie im Internet zu löschen, sowie alle unsere Innenminister:innen, der steht nicht für Kinderschutz ein.
in reply to SchreibeEinfach

Dass du politisch enttäuscht bist und die Debatten um §13 / Chatkontrolle kritisch siehst, spreche ich dir gar nicht ab.

Diese Erfahrungen teilen viele, mich eingeschlossen. Ich habe damals dem Bundespräsidenten geschrieben, er möge das "Stopschild" Gesetz nicht unterschreiben, weil es imho einem Feigenblatt gleich kam.

Aber wir dürfen diesen berechtigten Frust auf einzelne Akteure nicht als Ausrede nutzen, um wegzuschauen und uns in Schuldzuweisungen zu verlieren.
(1/2)

in reply to René M. Grabow

Es geht hier nicht um das Spiel der Parteien, sondern um einen fundamentalen Grundsatz: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Das gilt universell für Frauen, Männer, diverse Personen und ganz besonders für Kinder, die sich nicht selbst wehren können.

Wenn wir zulassen, dass kommerzielle Algorithmen diese Würde für Profit antasten, verfehlen wir unseren gesellschaftlichen Schutzauftrag, unabhängig davon, was einzelne in der Vergangenheit falsch gemacht haben.

(2/2)

in reply to René M. Grabow

@Rene_M_G Nur Kinder zu schützen, ohne sie wirksam zu schützen, ist aber eben nur Symbolpolitik, und ich bin nicht bereit, diese in irgend einer Form schön zu reden. Und ich bin schon gar nicht bereit, meine Freiheitsrechte für diese Symbolpolitik aufzugeben.

#NieMehrCDU #NieMehrSPD #NieMehrCSU #NieMehrSymbolpolitik #EinfacheSprache